"Gedicht-Schatztruhe"

Gedichte - alphabetisch nach Stichworten sortiert

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Die neuesten Gedichte aus der Schatztruhe

Altersbeschwerden

Jeder Handgriff fällt uns schwerer,
unser Kopf wird bislang leerer.
Was wir planen zu vollführen,
zwingt uns, uns zu konzentrieren.
Dinge, die uns noch gelingen,
die wir mit Erfolg vollbringen,
können uns mit Stolz erfüllen,
unseren Tagendrang nicht stillen.
Langsam, jedoch mit Bedacht
tun wir das, was glücklich macht.

Berechtigter Rückzug

Mancher bleibt bewusst zu Hause.
Rückzug in die eigene Klause
Heißt nicht Rückzug in Idylle,
sondern ganz bewusster Wille,
alles mit Distanz zu sehen,
um es klarer zu verstehen,
Hintergründe mancher Bahnen,
deren Neigung wir erahnen.
Manches muss man leise treiben,
um auf seinem Weg zu bleiben.

Technik als Bremser 10.12.20

Die Technik bremst bisweilen Pläne.
Wer sich noch so perfekt wähne
- er wirkt gehemmt in seinem Schaffen,
vermag sich nicht mehr aufzuraffen,
was einst begonnen, zu beenden.
Statt Kraft im Ärger zu verschwenden,
gilt es, in Handschrift aufzuschreiben.
was wir hernach weiter betreiben.

Klingende Brücke

Eine Ovation an verehrte Komponisten
Ihr scheint weit weg - seid mir doch nah.
Tönt euer Klang, weilt ihr gleich da,
als lebten wir zur selben Zeit,
gäbt mir auf meinem Wege Geleit.
Erinnerung bleibt jenes Band,
durch das ich stets neu zu euch fand.
Eure Musik, klingt weiter sie
- gestorben seid ihr für mich nie!

Gut gemeinter Rat

Wer an zu vielen Dingen hängt,
obwohl er doch so sehr beengt,
der gebe weg, solang er lebt.
Was im Gedenken ihn sehr hebt:
dass er sich zeitig von dem trennt,
was andern nützt , weil er erkennt:
Wer bleibt, lobt an ihm den Verstand,
dass er noch gab mit warmer Hand.

Besitzer-Konflikt

Gibt e i n e Hand d a s endlich weg,
was nicht mehr diente seinem Zweck,
holt oft zurück des andern Hand,
was diese d o c h n o c h nützlich fand.
Doch so verringert sich k e i n Berg,
der oftmals liegt und liegt. Das Werk,
zeitig zu geben dann und wann,
was a u c h n o c h a n d e r n helfen kann,
ruht lang , bis Einsicht aufgetaucht,
dass man es doch n i e m e h r gebraucht.

Zur Weihnacht hin

Wir ziehen still durch den Advent
und folgen jedem Licht, das brennt.
Der Weg zur Weihnacht scheint nicht weit,
und dennoch dehnt sich diese Zeit,
bis wir nach unentwegtem Geh' n
einst staunend vor der Krippe steh' n.

Ermutigende Stimmen

Wenn uns Stimmen aus den Tiefen
wieder ins Gedächtnis riefen,
was wir andern Menschen gaben,
die uns zu verdanken haben ,
steigen wir erneut nach oben,
fühlen uns dem Tief enthoben,
dass wir wieder aufrecht gehen,
neue Horizonte sehen.

Wieder am See

Wieder weile ich am See
wo ich stille Weg geh',
über denen alles ruht.
Tiefes Schweigen tut mir gut.
Fern ist aller Lärm der Welt.
der uns sonst in Atem hält.
Kehre ich vom See zurück,
wahre ich mir jenes Glück.

Nach Saison-Ende

Wenn im Herbst Touristen gehen,
die oft nur Fassaden sehen,
wird sich Leben d o c h erhalten,
auch im Alltagsgrau entfalten.
Heimat wird sich nun bewähren,
Seele durch d i e Bilder nähren,
nicht nur unter Sonnenzeiten.
Boote die in Stille gleiten
hin zu Ufern, die erfüllen,
werden unseren Hunger stillen.

Zeitlose Gefühle

Wenn wir hier auch Werte fühlten,
die einst eine Rolle spielten,
so scheint d o c h in diesen Stunden.
was einst zählte, oft verschwunden.
Dies scheint als beredtes Zeichen :
Viel Beschaulichkeit will weichen,
durch Geschäftigkeit vertrieben.

Sind die Werte uns verblieben
- wir bewahren uns im Innern,
diese, um sich zu erinnern,
was dem Leben Wert verliehen,
wodurch es erst recht gediehen.

Mehr als nur Episode

War es Hesse Episode
-ich verbleibe bis zum Tode
diesem Paradies verbunden,
wo ich j e n e n Geist gefunden,
der mich einstmals inspirierte,
und zu d e n Gedanken führte,
die in meinem Herzen leben
und mir Halt im Leben geben.

Nachhaltige Wirkung

Weilen wir auch kurz an Zielen,
wo wir uns zu Hause fühlen
- wenn wir auch bald wieder gehen,
werden wir im Geist uns sehen,
wie wir weiterhin dort weilen,
statt vorzeitig fortzueilen.
Hoffnung bleibt, wir kommen wieder,
lassen uns erneut dort nieder,
wo wir einst Erfüllung fanden,
und uns mit dem Land verbanden.

Graue Tage

Graue Tage werden bleiben,
solang wir im Nebel treiben.
Graue Tage zu durchleben
ist uns stets neu aufgegeben,
duldsam solche auszuhalten,
bis sich Strahlen einst entfalten,
die uns in die Sonne führen,
deren Licht wir - heilsam - spüren.

Literarische Ernte

aus Gaienhofen

12. - 19.10.2018

Weise Beschränkung

Bislang ringen wir mit Dingen,
die uns doch nicht mehr gelingen.
Es gilt nun, sich zu beschränken,
unseren Blick auf Gaben lenken,
die in uns verborgen liegen,
weil sie letztlich viel mehr wiegen.

Lichter-Brücken

An dem Ufer über' m See
- soweit ich im Schauen geh' -
zieh' n sich Lichterketten strahlend,
Brücken über' s Wasser malend,
die die Tiefen überwinden,
sodass wir zusammenfinden.
Lichter - durch ihr Strahlen, Scheinen-
können über Grenzen einen.

Anteilnahme an Hermann Hesse

Wenn soo große Menschen leiden,
fühlen wir mit und begleiten
sie bewundernd auf den Wegen.
Worte, die sie hegen, pflegen,
Haltung wissen wir zu schätzen,
sind sie doch kaum zu ersetzen.
Letztlich zählt allein die Reife,
die den Weg als Sieg begreife
über das, was ihn erschwert
- und uns wahres Leben lehrt.

Beseelende Musik

Beseelt Musik, geht sie zu Herzen
erklingt uns leuchtet uns gleich Kerzen,
wirkt er- hell -end uns im Innern,
will an deren Kunst erinnern.
Die Begeisterung im Wort
klingt in uns im Nachhall fort.
Sie erfüllt uns tief mit Glück.
Jedes Wort wird selbst Musik.

Begegnungen

Eine Begegnung - die erweist
später erst, was sie verheißt.
War sie nur ein Flügelschlag
- Episode an dem Tag -,
oder pflanzt sie sich auch fort,
wird dir später Halt und Hort?

Stille Zeiten

Stille wird in mancher Phase
unseres Lebens zur Oase.
Will des Alltags Lärm verhallen,
tut er uns nur den Gefallen,
leisen Tönen in dem Leben
viel mehr Raum und Ohr zu geben.

Glockengeläute im Nebel

Durch den Nebel klingen Glocken,
Gläubige weckend zu locken,
aus dem Nebel einzutreten
und zum Gott im Licht zu beten.
Ob darunter manche Frommen
nicht auch in der Hoffnung kommen,
Nebel so zu überwinden
und zur Sonne hinzufinden,
wenn bewegt sie beten, singen
und um Licht im Nebel ringen ?

Herbsttag am See

Friedlich liegt der See in Wonne
in der Herbstes warmer Sonne.
Dörfer ruhen aus vom Treiben,
lassen manche rege bleiben.
See und Lande - sie genießen
letzte Strahlen, die noch fließen,
denken bei den blauen Weiten,
die sich über ihnen breiten,
nicht an ferne, graue Tage.
Ausgeglichen ist die Waage
ihrer ganz entspannten Seele,
der - im Schein - zum Glück nichts fehle.

Weckende Gedanken

Statt, dass wir in Schlaf versanken,
wecken uns bislang Gedanken,
die uns helfen, wach zu bleiben.
Sie sind oft nicht zu vertreiben,
uns beharrlich treu geblieben,
bis wir sie dann niederschrieben.

Kostbare Stunde

Manche Stunde, die du wachst
und -still wirkend - wertvoll machst
- die bereust du danach nicht,
denn du siehst als deine Pflicht,
einem Ruf des Augenblicks
stets zu folgen - Grund des Glücks.

Urlaubstag am See

Jeden Augenblick genießen,
ehe Bilder einst zerfließen
- dies ist das Gebot der Stunde.
Zeiger drehen ihre Runde
an den Uhren. Doch wir bleiben,
möchten keine Zeit "vertreiben",
sondern sie durch Innehalten
immer wertvoller gestalten.

Heilen durch Feilen

Manche Texte können heilen,
wenn wir stets an ihnen feilen,
bis sie wirklich das verkünden,
worin die Gedanken münden.
Bislang muss man ruhen lassen,
wenn sie noch nicht das erfassen,
was wir mühend formulierten.
Erst dann, wenn wir wirklich spürten,
dass sie ausgereift erscheinen,
lassen wir auf eigenen Beinen
sie hin zu den Menschen gehen,
hoffend, dass die sie verstehen.

Auszeit auf der Höri

Was für Hesse Episode,
wurde mir zur Periode,
deren Stellenwert ich hebe,
weil ich letztlich von ihr lebe.
Fern des Alltags, fern des Trubels
- ohne Euphorie des Jubels -
geht das Herz auf, prägt die Stille
diese Zeit beseelter Fülle.
Muss ich demnächst wieder scheiden,
bleiben mir die goldenen Zeiten
tief erinnernd stets erhalten.
Fernweh wird sich bald entfalten,
bis ich endlich wieder weile,
wo ich an dem Da-Sein heile.

Gnade ferner Abreise

Solang ich hier Zeit verbringe,
will bewusst ich alle Dinge,
die mich tragen, tief erleben,
ihnen die Bedeutung geben,
dass sie lebenswert erscheinen.
Ich verzichte hier, zu meinen,
ich muss möglichst konsumieren,
mich in viel Konsum verlieren.
Schritt für Schritt will ich erfahren,
was mir bleibt in nächsten Jahren.

Rückkehr in alte Zeiten

Rückkehr in die alten Zeiten
offenbart bisweilen Leiden.
Neben oftmals schweren Pflichten
war auf vieles zu verzichten.
Was solche Geschichten lehren:
Vieles will man gern entbehren,
was soo viele soo hoch achten
und zu ihrer Mitte machten:
Hektik, Trubel und Verlangen,
mit der Zeit viel anzufangen.
Soo viel wird oft mitgenommen.
Ruhen, zur Besinnung kommen,
ist für viele eine Leere,
die mit Geist zu füllen wäre.
Kehrt die Zeit nie mehr zurück
- schnuppern darf man dem Glück.

Hessesche Reinkarnation

Hermann Hesse kehrt hier wieder,
lässt sich - geistig wirkend - nieder,
tiefgehend in Vortragsrunden,
die sein Lebenswerk erkunden,
in Gesprächen, die erfüllen
und der Menschen Hunger stillen,
trotz entbehrungsreichem Leben
diesem einen Sinn zu geben.
Hermann Hesse lebt hier weiter
als ein ständiger Begleiter,
atmet weiter in den Räumen,
wo wir wieder von ihm träumen,
blüht neu auf in Haus und Garten.
Kräuter, Bäume , Blumenarten
wollen hierbei davon singen,
wie sie ihm Erfüllung bringen.
Ihm folgen Generationen
von Nachkommen, Epigonen.
Kurzum: Er bleibt unvergessen.
Dies kann ja nur der ermessen,
der ganz innig mit ihm lebt,
nach dem Lebensmuster strebt,
das zeitlebens ihn erfüllt
als des Höchsten Ziel und Bild.

Letzte Stunden

Letzte Stunden vor Abreise
nutzen wir auf diese Weise,
dass wir ganz bewusst genießen,
wenn Minuten langsam fließen,
sammeln Bilder vor den Augen,
sie ganz tief in uns zu saugen,
um sie danach -auch nach Jahren -
weiterhin uns zu bewahren.
Ganz bewusst wird uns das Glück,
der geschenkte Augenblick.
Gegenwart zu dieser Zeit
wird schnell zur Vergangenheit.

Literarische Ernte

aus Bad Reichenhall

21. - 25.02.2017

Des Brgermeisters Los

Die Brgermeister sind im Land
Ja meist "Mädchen für allerhand"!
Sie prüsten sich zu Recht bei Ehr' ,
doch halten auch für alles her
und stehen dann für alles schief,
was im Rathaus nicht so lief.
Der Grat ist schmal in jedem Fall.
Gelingt er, sieht man's überall.
Im andern Fall kommt's , dass der schwitzt,
der allzu fest im Sattel sitzt.
Die Presse, die ihn erst noch ehrt,
im zweiten Fall sein Amt erschwert
– sie hat bei Menschen solcher Art
am Ende noch den leichteren Part.

Ehrlich gesagt

Bei Geburtstagen, den runden
hast du es manchmal empfunden:
Du bist dazu hingegangen
aus Verbundenheit, Verlangen,
mit Geschenk, um das zu pflegen,
was dir wert ist, es zu hegen.
Die dort reich bewirtet waren,
können es zu Haus erfahren:
Dort ersparst du dir das Essen,
weil die Mägen nicht vergessen.
Ohne Geiz dies anzunehmen,
ohne sich deshalb zu schämen
– dies ist Ausgewogenheit,
aus Vernunft und Dankbarkeit.

Flecken

Flecken sind bislang ein Makel
und für manche ein Debakel.
Hemd und Hose oder Decke
stechen unseren Blick durch Flecke.
Dabei gibt es größere Nöte,
denen man die Stirne böte,
als sich höllisch aufzuregen
eines schnöden Fleckes wegen.
Auch wenn sie uns überraschen
– Flecken sind zumeist zu waschen,
während echte Makel bleiben.
Statt sich daran aufzureiben,
gilt es, mit ihnen zu leben,
nicht zu viel Bedeutung geben.
Mancher kann mit sich allein
selbst befleckt im Reinen sein.

Garten als Spiegelbild

Ein Garten spiegelt unsere Welt.
Das Bild, das er von uns enthält,
entspricht ganz unserer Natur.
Er zeichnet unseres Wirkens Spur.
Ein waches Auge sichtet klug
in ihm jenen Charakterzug,
der unser ganzes Leben prägt
und darauf die Gewichte legt,
dass hier das keimt, wächst und gedeiht,
was uns entspricht und unserer Zeit.

Geduldige Neuorientierung

Wenn wir bislang mit Ideen
trotz Bemüh'n alleine stehen,
was wir bitterlich erfahren,
müssen wir sie uns bewahren,
bis sie einst an anderen Plätzen
andere umso tiefer schätzen.
Es empfiehlt sich, im Bemühen,
wofür wir auch weiter glühen,
uns auf Felder zu verlegen,
wo wir eher was bewegen,
als vergeblich sich im Treiben
ohne Echo aufzureiben.
Wenn wir Ausrichtung neu lernten,
würden wir auch Früchte ernten.

Innerer Zwist

Wie nur durch Geschäfte laufen,
ohne wirklich was zu kaufen,
Händlern bei so schönen Sachen
dennoch keine Hoffnung machen ?
Keimt vor Ort noch guter Wille,
bremst zu Hause ihn die Fülle,
weil wir doch bei all den Gaben
schon zu viel hier liegen haben.

Letzte Möglichkeit

Nur noch   N a t u r   s e l b s t   kann sich wehren,
dass wir sie allzu sehr verheeren,
mit Unbilden, die sich erheben
und hierdurch uns zu denken geben,
sodass wir nur noch durch Besinnen
Einsicht und Zuversicht gewinnen,
um sie behutsam zu gestalten
und denen nach uns zu erhalten.

Sinnvolle Gangart

Wege recht bedächtig gehen
Lässt am Wegrand vieles sehen,
was uns auffällt im Verweilen.

Statt dass wir vorübereilen,
heißt es bislang innehalten,
will ein Zauber sich entfalten.

Wenn wir danach weiterziehen,
wir in uns der Zauber blühen,
tief uns im Gedächtnis bleiben,
uns dem Ziel entgegentreiben.

Späte Erkenntnis II

Wir geben manches gerne weg,
erfüllt es derzeit nicht den Zweck.
Kommt überraschend es zurück,
erfüllt es dennoch uns mit Glück,
wenn es an einem Flohmarktstand
– vergeblich – keinen Käufer fand.
Wir schätzen, nutzen es erneut.
Sein Wert – selbst spät erkannt – erfreut.

Unterschiedliche Tage

Ein heller Sonnentag beflügelt,
während ein Regentag uns zügelt.
Wenn sich bei Sonne Kräfte regen
– im Trüben fehlt uns dies dagegen.
Wir sind tatkräftig in der Sonne
und tun – leichthändig – dies mit Wonne.
Ermutigt nun zu regem Schaffen,
verspüren wir kaum ein Erschlaffen.
Zu nutzen gilt es helle Zeiten,
eh' wir erneut am Dunkel leiden.

Anreiz

Blieb dir manche Welt verschlossen,
hat dich dies doch nicht verdrossen,
sondern lockte, zu ergründen,
wohin Wege zu ihr münden.
Bilder, die nur in dir schliefen,
reizen nun, sie zu vertiefen,
um von neuem zu erleben,
was sie dir fürs Leben geben.
So eröffnet eine Welt
Schätze neu, die sie enthält.

Lande im November

Die Tage sind nun Grau in Grau,
fern hoch am Himmel zartes Blau.
Die Blätter ruhen bunt, doch matt
als nasser Teppich vor uns – glatt.
Die Lande harren nunmehr schon
des nächsten Monats, wenn als Lohn
nach trüben Zeiten Lichter glüh' n,
denen wir froh entgegen zieh' n.