Spruch-Schatztruhe


 

Gerade Tiefpunkte unseres Lebens
machen uns besonders erfinderisch.

"Gedanken-Quell"

Literarische Ernte
aus Baiersbronn und Loßburg
von Klaus Huber

Eine bewegende Begegnung
wirft in der Erinnerung
ein versöhnliches Licht
auf die düsteren Tage davor.

*

In schwierigen Zeiten
wirkt bereits
der geringste Erfolg
wie ein Sieg.

*

Unerschütterliche Zuversicht
füllt den Korb unserer Geduld
mit Früchten,
die uns zu nähren vermögen.

*

Je nachhaltiger wir schweigen,
desto kraftvoller
wirkt unser Wort danach.

*

Bricht ein Damm des Schweigens,
wird der Redefluss danach
umso unbändiger.

*

Jedes Wort
auf die Goldwaage legen
ist beim Reden wichtiger
als beim Hören.

*

Zauberhafte Bilder
eines vergangenen Tages
lassen uns gerne
auf den nächtlichen Schlaf verzichten,
um sie noch einmal
vor unserem inneren Auge
vorüberziehen zu sehen.

*
Die Stille einer Nacht
öffnet uns die Ohren
für leise innere Töne,
die uns tief berühren.

*

Harmonische Klänge
einer zauberhaften Nacht
besänftigen manchen Misston
eines vergangenen Tages.

*

Aus einer Nacht
kreativen Schaffens
gehen wir
trotz eingeschränkten Schlafes
innerlich gestärkt hervor.

*

Inmitten von Missklängen
lässt ein harmonischer Ton
aufhorchen.

*

Ein zündender Gedanke,
der uns wachrief,
lässt den entgangenen Schlaf
leicht verschmerzen.

*

Nach Tagen der Enthaltsamkeit
schmeckt die einfachste Kost
wie ein Festmenü.

oder :

Nach kargen Tagen
lernen wir wieder
jeden Bissen zu schätzen.

*

Eine Lösung findet nur,
wer es nicht aufgibt,
sie zu suchen.

Wir beachten nur das,
wofür die Zeit gekommen ist,
wofür wir reif sind.

Manches Lob holt umso schneller
einen Menschen aus dem Keller.

Man könnte   j e n e    Konferenzen
wohl ruhigen Gewissens schwänzen,
bei denen   d i e    vollmundig reden,
die doch nur auf der Stelle treten.

Lassen Alt und Jung die Welten
des jeweils andern gleichfalls gelten,
ist beiden dauerhafter Frieden
auf dieser Erde wohl beschieden.

Gremien sind oft der Tod
hoffnungsvoller Projekte.

Ruhig schlafen
kannst du erst,
wenn du getan hast,
wozu dein Herz
dich drängt.

Wer das Dunkel kennt,
findet sich auch   d a r i n    zurecht.

Einen Licht-Blick
lernen wir im Dunkel
b e s o n d e r s    zu schätzen.

Ein Licht, das uns aufgeht,
versöhnt uns
mit dem Dunkel zuvor.

Menschen, die an uns glauben,
sind wie Laternen
auf unserem Weg
durch das Dunkel.

Mitmenschen,
die uns im Dunkel
ein Licht entzünden,
sind für uns wertvoller,
als jene, die mit uns
im Schein der Sonne strahlen.

Das    w a h r e    Gesicht
von Freunden
erhellt uns
allein das Dunkel.

Freundschaften,
die nur gepflegt werden,
um auch selber eingeladen
und beschenkt zu werden,
sind kein Geschenk,
sondern
kann man sich schenken.

Die Verwandtschaft feiert,
die Freundesschar    z e l e b r i e r t
mit uns ein Fest.

Echte, feste Freunde
sieht man nicht nur
an Festen.

Wer sich nur
an Festen fest-hält,
versäumt es oft,
bisweilen auch im Alltag
ein Fest zu abzuhalten
und ihn so
zum Fest zu machen.

So manches Fest
ist soo feierlich,
dass es "nicht mehr feierlich" ist.

Das wirksamste Druckmittel,
um für Ordnung im Haus zu sorgen,
ist ein Besuch,
der sich angekündigt hat.

In düsteren Zeiten
muss man sich an die halten,
die Licht bringen.

Auch ein noch so großer Kummer
mildert sich in tiefem Schlummer.

Ängstlichkeit wird bisweilen
zur wirksamsten, weil höchsten Schwelle
gegen den Selbstmord.

Wir versündigen uns an der Zeit ,
wenn wir sie nicht zu dem nutzen,
was sie von uns fordert.

Wer seinen eigenen Weg
zu gehen wagt,muss
mit seiner selbstgewählten Einsamkeit
zu leben lernen.

Regiert zu werden
kann auch ganz schön sein.
Man(n) muss sich
um vieles nicht kümmern.

Dass oft sogar die Reichen klagen,
hat nichts zu wahrer Not zu sagen.

Wirklich tun,
was du willst,
kannst du erst
in gereiftem Alter,
wenn dich nicht mehr jeder
ganz ernst nimmt.

Vieles, was wir tun,
vermag zwar nicht
die Welt zu retten,
aber uns wenigstens
ein gutes Gewissen
zu verschaffen.

Wirklich tun,
was du willst,
kannst du erst
in gereiftem Alter,
wenn dich nicht mehr
jeder ernst nimmt.

Den Wert
einer Hinterlassenschaft
begreifen viele Erben
erst dann,
wenn sie das Erbe
angetreten haben.

Was dich schlaflos macht,
macht dich
vom Schlaf los.

Tu das,
was dir Bedürfnis ist!
Es zeigt nur auf,
was du vermisst !

Manches Papier
wird ungeduldig,
wenn das, was drauf steht,
eben nur draufsteht,
aber keine Wirkungen zeitigt.

Neugierige, äh, aufmerksame Nachbarn
ersparen einander
einen Wachhund.

Beschäftige dich nicht
mit dem Tag davor.
Der neue Tag
fordert schon genug
von dir.

Ein Narr, der Kost nur danach misst,
wenn sie nur für ihn billig ist.
Bei aller Not und Zwang zum Sparen
– er zahlt – kurzsichtig – mit den Jahren,
wenn manche Krankheit sich enthüllt
und er die Wartezimmer füllt,
was ihn – zu spät – zur Einsicht führt:
Hätt’ er – statt „Knausern“ – investiert
– was Sparern mit Vernunft gelingt –
in das, was ihm Gesundheit bringt!

Je älter du wirst,
desto mehr wirst du
jeden Tag,
der dir noch bleibt,
schätzen lernen.

Schwere Zeiten,
die wir durchlebt haben
bilden die Grundlage dafür,
dass wir danach
anderen etwas zu sagen haben.

Wer nicht bisweilen auch
etwas nur für sich selber
und ausschließlich
mit sich selber tut
– der kann mit der Zeit
mit sich selber
nichts mehr anfangen.

Bei jedem Neuland,
das wir betreten, gilt es,
unsere Schritte behutsam zu wählen,
um nicht zu zerstören,
was wir im nachhinein
schmerzlich vermissen.

Immer wieder
gilt es aufzubrechen,
um Verkrustungen
aufzubrechen.
Nur dann
kann keimen und aufgehen,
was wir gesät haben.

Obwohl wir
Seite an Seite leben,
trennen uns bisweilen
Welten.

Nur, wer auch einmal Fehler macht,
kann für Fehler anderer
Verständnis aufbringen.

Wer in taube Ohren predigt,
ist als Prediger erledigt.

Sprach-Paket

1. Sprach- losigkeit

Wenn es uns
die Sprache verschlägt,
spricht die Stille
zu uns.
Ihre Stimme
ist nur zu vernehmen,
wenn wir sie aushalten.

2. Sprach- Erben

Unsere Kinder
„erben“ von uns
d i e   Sprache,
die wir mit ihnen pflegen.

Kinder ent-sprechen
der Sprache
ihrer Eltern.

Wörter und Worte,
die Kinder nie
von ihren Eltern
zu hören bekommen,
bleiben ihnen
Fremd-Wörter.


3. Sprach-Wörtliches

Versprich nur,
was du
halten kannst.
Halte,
was du
versprechen kannst.

Mancher Versprecher
enthüllt schonungslos,
wie er gemeint war.

So manches Verspreche- n
offenbart sich
im nachhinein
als Verspreche - r.

Ein allzu schnelles Versprechen
verschlägt bisweilen hinterher
dem, der es gegeben hat,
die Sprache.

Manche schlag- kräftige Sprache
lässt   d i e   verstummen,
die sie – geschlagen – hören.

Schlag-Wörter
tragen nicht umsonst
diesen Namen.

Manches Schlag-Wort
lässt auf einen Schlag
verstummen.

Schlag-Wörter
bewirken
den Selbst-Mord
der Sprache.

Manche gut gemeinten Ratschläge
für andere dienen letztlich nur
dem eigenen Geldbeutel.

Gute Vorsätze sind
die zuverlässigste Grundlage
– für ein schlechtes Gewissen.

Nur wer bewusst
n i c h t   funktioniert,
bringt Funktionäre
zum Nachdenken.

Die Zeit ist an so manchen Tagen
nur noch mit Rotwein zu ertragen.

Auf manches Geld muss man verzichten,
um selbstbewusst sich aufzurichten.

Von einem Tiefpunkt aus
kann es nur noch
aufwärts gehen.

Freundschaft kann in schweren Tagen
über alle Tiefen tragen.

Man muss einen Menschen
nicht in allen Facetten begreifen können,
um ihn trotzdem
zu verehren und zu lieben.

Katastrophen bewegen uns
erst dann
zu konsequenter Verhaltensänderung,
wenn wir selber
von ihnen betroffen sind.

Mancher bereist
die halbe Welt,
um zu entdecken,
wie schön es
im Grunde
zu Hause ist.

Beurteile das,
was du tust,
nicht immer nur danach,
was andere dazu
sagen würden,
sondern danach,
was   d i r   dabei
am Herzen liegt.

Die ganze Welt
kann in dir
zu Hause sein,
ohne dass du
stetig verreisen musst.

Ein beschwerliches Alter
wird zum Wartesaal
auf die Ewigkeit.

Die Fähigkeit,
über den eigenen Schatten zu springen,
wird bisweilen wichtiger,
als einen Weltrekord zu vollbringen.

Nach einer Niederlage
liegt ein Sieg darin,
die Niederlage
in Würde zu verkraften.

Bisweilen müssen wir
j e n e   Stricke abschneiden,
die nur an uns zerren,
um nur noch   d i e   zu halten,
die uns tragen.

Über den Lärm, den Fleißige
bei ihrer Arbeit machen,
regen sich vor allem
Faulpelze auf.

Geräuschvolle Gartenarbeit
erscheint manchen Nachbarn
als besonders reizvoll,
wenn die nebenan
Besuch auf der Terrasse haben.

Bei einer hübschen Nachbarin
dauert ein Heckenschnitt
an der Grenze
automatisch etwas länger.

Besuch ist vor allem dann
besonders willkommen,
wenn man sowieso
keine Lust mehr hatte,
etwas zu arbeiten.

Wenn jemand sich
in einer Berufstätigkeit
nicht mehr wohlfühlt,
sinken die Motivation
und die Fähigkeit,
darin das Bestmögliche
zu geben.

Manche putzen die Zähne
hauptsächlich,
um sie anderen
zeigen zu können.

Nur ein Klima-Wandel
unter den Menschen
kann dem auf der Erde
entgegenwirken.

Ausgaben, die sich verselbständigten,
weil wir uns an sie gewöhnt haben,
stehen wir machtlos gegenüber.

Durchlebe bewusst
jeden Augenblick.
Im nächsten
ist er bereits
Vergangenheit.

Wer sich vorschnell
aus Enttäuschung
über Undankbarkeit derer,
die ihm zu Dank verpflichtet wären,
aus deren Kreis zurückzieht,
entzieht sich hiermit selber
dem Blickfeld jener,
die sich im nachhinein
dankbar an ihn erinnern könnten.

Wer dich nicht
„schon ewig kennt“,
geht deshalb bisweilen
unvoreingenommener
auf dich zu
und weiß dich
mit deinen Gaben
umso mehr zu schätzen.

Bei denen.
die wir lieben,
weilen wir im Gedenken
besonders gerne.

Wer Angst empfindet
vor Grenzen,
bestätigt im Grunde
ihren abschreckenden Charakter.

Wer Grenzen überwindet,
nimmt ihnen
ihr abschreckendes Gesicht.

Wirken wir grenzenlos,
werden wir die Grenzen los.

Bewegende
grenzüberschreitende Erfahrungen
lassen schwinden,
was uns trennt.

Wer kann schon schlafen,
wenn ihn ein Gedanke
wach hält !?

Wirklich ungebunden
bleibt im Leben
allein der Geist.

Aus Landen,
wo du dich ebenso
wie zu Hause fühlst,
fällt es schwer,
dorthin zurückzukehren,
wo du deinen Wohnsitz hast.

Nach einer bewegenden Begegnung
wächst auf der Rückreise
mit jedem Kilometer
der Schmerz der Trennung.

E i n e   große Stärke
auf   e i n e m   Gebiet
lässt viele kleine Schwächen
auf anderen Gebieten vergessen.

Ab-gründe

Ab- gründe eines Menschen
– dies sind Gründe
für dessen Leben und Handeln
fern   a b   von dem,
was von ihm zu erwarten war.

Vor Gaunern, die sich piekfein zeigen,
wird man sich umso mehr verneigen.

Verständlich

Was jedermann plausibel ist:
S o   endet stets der Pessi - mist !

Dämpfer

Wenn das ja mal kein Dämpfer ist :
S o   endet oft der Opti – mist !

Mindestens ebenso wichtig
wie die Aufarbeitung der Vergangenheit
ist die Bewältigung der Gegenwart.

Wir haben anscheinend Leben satt
– sonst würden wir nicht
mit dem Vorrat an Natur
so verschwenderisch umgehen.

Selbstgenügsamkeit
ist der Tod
einer jeden Entwicklung.

Ordnung ist das halbe Leben
– aber eben nur das halbe.

Wer andere besiegt, beweist Stärke,
wer sich selbst überwindet, Größe !

Man wird nur   m i t   d e m   glücklich,
was man redlich erworben hat.

Mit vermehrtem Wählerfrust
wächst das Kreuz –   ü b e r   d e r   B r u s t   !

Polizisten können nicht
all das im Griff behalten,
was Politikern entglitten ist.

Eine Krise wirkt sich   d a n n   positiv aus,
wenn sie Beteiligte wie auch Betroffene
zur Vernunft bringt.

Die Frage,
warum die Zahl der Nichtwähler
immer größer wird,
sollten sich Politiker
nicht   n a c h   einer Wahl stellen,
sondern   d a v o r .

Wer andere glücklich macht,
wird selber glücklich.

Wenn die Sonne strahlt,
strahlen auch die Menschen.

Auch der strahlendste Sonnenschein
ist bisweilen nur
im Schatten zu ertragen.

Wer einen Baum am Leben erhält,
erhält den Menschen am Leben.

Es ist immer noch besser,
keine Versprechen zu machen
als keine zu halten.

Beseelte Bilder
eines erlebnisreichen Tages
halten uns angeregt wach,
sodass wir den Schlaf nicht vermissen.

Wer beseelt ist von seiner Heimat,
weiß in bewegender Weise
für sie zu werben.

Um Gegenwart und Zukunft gestalten zu können,
gilt es geschichtsträchtige Orte zu würdigen,
ohne vor ihnen in Ehrfurcht zu erstarren.

Zusammenhänge machen uns klar,
w a r u m   wir   w e m
im Leben mehrmals begegnen.

Stätten, von denen wir
nur ungern scheiden,
offenbaren unsere geistigen Wurzeln.

Was im Begriff ist,
zu Ende zu gehen,
genießen wir umso meh.r

Der Wert eines
Buchstäblich “letzten Tropfens“
steigt ins Unermessliche.

Was wir absichtslos tun,
erhält eben dadurch
seinen hohen Stellenwert.

Das finden, was wir suchen
Beendet unsere Rastlosigkeit.

Was von selbst erstirbt,
muss man noch auch noch
bewusst abwürgen

Menschen mit gleicher Wellenlänge
finden einander ganz von selbst.

Wer jederzeit erreichbar ist,
wird keine Freiheit erreichen.

Das größte Glück
kann schon darin bestehen,
für niemanden erreichbar zu sein.

Je näher der Tag rückt,
an dem wir befreit werden
von einer belastenden Aufgabe,
desto weniger spüren wir
deren Belastung.

Man schläft viel besser in der Nacht,
ist, was uns wichtig ist, vollbracht.

Ist der Körper ausgeruht,
tut dies auch der Seele gut.

Von jeder echten Begegnung
bleibt eine Spur in uns zurück.

Was an Schwerem vor uns liegt,
wird von uns   n u r   d a n n   besiegt,
wenn wir es ganz gelassen
klug Schritt für Schritt erfassen.

Geduld
ist die Kraft,
auf den richtigen Zeitpunkt
zu warten.

In der Krise
kristallisiert sich heraus,
was Bestand hat
und sich als Fundament für die Zukunft
zu bewähren verspricht.

Es gibt eine Stille,
die förmlich nach Antwort schreit.

Auch manche
selbst gewählte Einsamkeit
wird bisweilen unerträglich.

Man muss auch mit banalen Dingen
bisweilen mal die Zeit verbringen.
Hierbei will sich auf leisen Sohlen
der Geist vom Höhenflug erholen.

Manche alten Rezepte haben sich
– nicht nur beim Kochen und Backen –
bis zum heutigen Tag
am ehesten bewährt.

Ein Narr, der glaubt, dass es was nützt,
wenn man   v o m   S c h r e i b t i s c h   Klima schützt !
Lebt man dies nicht   i m   A l l t a g   schon,
hat die Natur   k a u m   was davon.

"Sobald uns aufgeht,
dass unser Leben
d o c h   einen Sinn gehabt hat,
sind wir mit uns selbst im Reinen."

Kleine Fehler
erhalten uns menschlich.
Wer nie welche macht,
wird unbarmherzig.

Von Bedeutung ist,
was wir   b e w i r k e n
–   n i c h t   das Getöse,
das wir hierbei machen.

Das Literarische Schaffen wird im Grunde
von zwei unterschiedlichen Zeiten bestimmt :
solchen, in denen   w i r   das Wort beherrschen
und solchen, in denen es   u n s   beherrscht.

Verantwortung für Entscheidungen,
die andere betreffen,
hat dort ihre Grenzen,
wo wir anderen zumuten,
was wir uns selber nie antun würden.

Auf der Bühne des Lebens
kommt es darauf an,
s e i n e   e i g e n e   Rolle zu finden
und diese authentisch auszufüllen.

Ein Narr, wer etwas lauthals sagt,
für das er sich mit Folgen plagt !
Ein Narr bleibt   a u c h ,   wer nicht entnimmt,
was an Gehalt letztendlich stimmt !

Klein-Serie : Spruchserie zum Thema "Dankbarkeit" :

Nicht jede Dankbarkeit
zahlt sich in barer Münze aus.

***

Eine Dankbarkeit, die sich nicht
in barer Münze auszahlt,
hält länger an.

**

Die Erinnerung an Wohltaten
ist die Mutter der Dankbarkeit.

Es ist bisweilen überaus schwer,
seine Talente zu entfalten,
ohne auf andere egozentrisch zu wirken.

Mit der Fülle der Talente
wächst die Notwendigkeit,
zu entscheiden,
bei welchen Anfragen man zusagt.

Wer überall zu-sagt,
ver-sagt.

Verlasse dich bei etwas,
was   d i r   ganz besonders am Herzen liegt,
niemals auf andere,
sondern nimm es selber in die Hand.

Wahre Not herrscht nicht dort,
wo Menschen fehlt,
was sie gerne   h ä t t e n ,
sondern dort,
wo Menschen Mangel leiden an dem,
was sie dringend   b r ä u c h t e n .

B a n k e r   v e r m a r k t e n   Geld,
das ihn nicht gehört,
B a n k i e r s   v e r w a l t e n   es
sorgsam.

Hilfe erhalten
oft nicht die,
die sie am nötigsten haben,
sondern jene,
die am wirksamsten
zu klagen verstehen.

Geld halten nur jene
im Leben für zweitrangig,
die genug davon haben.

In der Konzentration
auf das Geistesleben
treten äußere Lebensumstände
in den Hintergrund

Neue Lebenserfahrungen
halten uns geistig beweglich.

In widrigen Lebensumständen
gilt es, sich Refugien zu bewahren,
wo wir das zu pflegen vermögen,
was uns am Herzen liegt.

Es "menschelt" ist oft
der beschönigende Ausdruck
für ein Verhalten,
das anderen das Leben erschwert.

Geduld ist dort fehl am Platz,
wo zu erreichen sein müsste,
was an sich selbstverständlich ist.

Was unbeschreib - lich ist,
schreit von selbst zum Himmel.

Der Himmel erhört nur diejenigen,
die ihren Reden und Gebeten
auch Taten folgen lassen.

Vieles, was wir erzwingen wollten,
ergibt sich eines Tages
zur rechten Zeit
von selbst.

Es ist wenig sinnvoll,
einem Zug nachzulaufen,
der nicht aufzuhalten ist.

oder :

Es ist sinnlos,
einem Zug nachzutrauern,
der abgefahren ist.

Wer den einen Zug verpasst hat,
erfährt bisweilen im nächsten
seine entscheidenden Begegnungen.

Neue Tapeten
Erwecken
neue Gedanken.

Wer stets im selben Umfeld kreist,
droht eingleisig zu werden
im Denken und Handeln.

Man muss nicht alles
gesehen und erfahren haben,
um   d a s   zu wissen,
was wesentlich ist.

Unnötige Erfahrungen
werden zum Ballast
für den Geist.

Mache dir erst ein Bild von einem Menschen,
nachdem du ihm persönlich begegnet bist.

Ein Lebenswerk wird vergoldet
durch die Dankbarkeit derer,
denen es zugute kommt.

Ein Vorhaben,
das sich ergibt,
hält uns im Leben.
Wer nichts mehr plant,
gibt sich selber auf.

Eine Wüste prüft unsere Geduld,
bis wir zur Oase gelangen.

Auf dem Weg durch die Wüste
bewähren wir uns
auf den Etappen   z w i s c h e n   den Oasen.

Je seltener
eine Begegnung
zustande kommt,
desto mehr
lernt man sie zu schätzen.

Wir gehen mit den Mitarbeitern so um,
wie wir mit uns selber umgehen.

Wer sich für wirklich alle
engagieren möchte,
muss sich auf ein Leben
zwischen vielen Stühlen einstellen.

Man kann die Welt nur verändern,
wenn man sich in ihr engagiert,
anstatt sich tatenlos
aus ihr zurückzuziehen.

Konkurrenz belebt das Geschäft
– und legt der Menschlichkeit
Daumenschrauben an.

Konkurrenzdenken vertreibt
weise Gelassenheit.

Im Reisefieber eilen Seele und Geist
dem Körper voraus.

Bewusst nichts denken wollen
regt die Gedanken an.

Wer auf dem Rücken liegt
und emporblickt,
sieht zwar weniger,
aber dies umso konzentrierter.

Wer die Beine hochlegt,stellt zwar
eine ordnungsgemäße Haltung
auf den Kopf,
schafft in ihm jedoch Ordnung.

Ein echter Künstler
bewährt sich in der Zeit
zwischen seinen Erfolgen.

Die Bedeutung von
„Raritäten“ als „Seltenheiten“
wird uns wieder bewusster,
sobald wir sie vermissen
oder vergeblich suchen.

Gesten der Liebe
machen die finsterste Nacht
zum Tage.

LAUF- ende Sprüche

Dem Lauf der Dinge
kann keiner ent - laufen.

Mancher Leer - lauf im Leben
wird zum Lehr - Lauf.

Ob sich ein Lauf gelohnt hat,
sieht man erst am Ziel.

Mancher lauft   v o l l   
– ins Leere.

Wer sich von jedem Wind treiben lässt,
darf sich nicht wundern,
wenn er dort landet, wo er nicht hin wollte.

Durststrecken musst du durchstehen,
wenn du zur Oase gelangen willst.

Ohne Papier, ohne Musik
fehlt mir das letzte Quentchen Glück.

Vor öden Landschaften
erspart nur die Umkehr
ernüchternde Erfahrungen.

Es fällt uns bisweilen schwer,
auf das zu warten,
was von selbst kommen muss.

WOLKEN - SPRÜCHE :

Wolken mit ihren Konturen
– sprich: mit ihren Ecken und Kanten –
sind bisweilen interessanter
als das Einheitsblau des Himmels.

Sonne ganz ohne Wolken
kann bisweilen auch
langweilig werden.

Die Sonne
nimmt den Wolken
deren drohende Wirkung.

Wer vor lauter Wolken
das Blau des Himmels nicht mehr sieht,
verliert die Hoffnung.

Spruch-Gruppe „Höhere Sphären“ :

Allzuviel Aufwind
treibt uns bisweilen in Höhen,
die atemlos machen.

Wer in höheren Sphären lebt,
muss mit dünner Luft leben lernen.

oder :

In höheren Sphären
wird der Überblick
über kleine Dinge schwieriger.

oder :

Von oben herab sehen heist bisweilen:
kleine Menschen aus dem Blick verlieren.

oder :

In höheren Sphären
wird es zunehmend schwieriger,
auch die kleinen Dinge zu sehen.

Weitere Sprüche :

Wir sehen oft nur das,
was wir sehen wollen.

Wer wirklich alles
um sich herum sehen will,
kommt ins Rotieren.

Bisweilen ist es wichtig,
nicht nur auf einem Foto,
sondern auch im Bild zu sein.

oder :

Bisweilen ist es wichtiger,
im Bild zu sein
als nur auf einem Foto.

Sonnenblumen
orientieren sich
an der Quelle des Lichts
und verneigen sich
ernteschwer
in Dankbarkeit.

Eine gesunde Selbstachtung
beginnt bereits dort,
wo man niemand mehr nachläuft.

Das Leben
wird erst dann kompliziert,
wenn man
die einfachsten Lösungen
übersieht.

Die Vernunft sucht vor dem Regen Schutz,
anstatt ihm die Stirn bieten zu wollen.

Die Qualität eines Menschen
bemisst sich nicht nur
nach seiner fachlichen Leistung,
sondern auch
nach seinem menschlichen Auftreten.

Jede Minute,
die wir bewusst leben,
weitet sich für uns
zur Ewigkeit.

Kein Augenblick,
den wir versäumt haben,
ist im nachhinein zurückzuholen.

Manches, was wir versäumen,
wird durch einen Gewinn neuer Art
reichlich aufgewogen.

Tiere gehen Tag für Tag darin auf,
ausschließlich für   d a s   zu sorgen,
was sie unbedingt zum Leben brauchen.
Von   i h n e n   könnten wir lernen.

Alles, was wir
nicht sorgsam pflegen,
verkommt.

Das Leben bringt uns bei,
was wir in der Schule   n i c h t   lernen.

Das Leben hält sich nicht immer
an die Formeln,
die wir in der Schule lernen.

Am Ende des Lebens
ist man oft schlauer
als am Ende der Schule.

Gegen die Schule des Lebens
ist die Schule selber
ein Kinderspiel.

Wer sogar die besten Mitarbeiter „verheizt“,
verdient keine guten Mitarbeiter mehr.

Nach einer Phase der Distanz gegenüber dem,
was wir als überholt ansahen,
zehren wir bisweilen wieder von dem,
was wir zeitweise über Bord geworfen hatten.

Unlenkbare Kinder
sind die Strafe
inkonsequenter Eltern.

Es gibt Kinder, die ihre Eltern
im Grunde nicht verdient haben
–   u n d   umgekehrt !

Empfindet sich eine Frau hinsichtlich ihrer Lebensziele
durch ein unerwünschtes Kind als „gestraft“,
so umgekehrt in gleicher Weise ein Kind
durch eine Mutter, die unabweichlich
an ihren Zielen festhält.

(hinsichtlich Wahlen : )

Wer sich macht - los fühlt,
versucht seine Kraft
durch Enthaltung zu beweisen.

„Mit-mischen“ bedeutet oft,
sich „zer-reiben“ zu lassen.

Wir treffen im Leben viele Leute
– und begegnen   n u r   d e n   Menschen,
die uns bestimmt sind.

Feiner Unterschied

Die   eine   Sache ist's,
ein Amt ins Auge fassen,
eine andere jedoch,
es wieder loszulassen.

Bei allem Gewicht,
das der Vergangenheit
beigemessen wird
– als wesentlichste Aufgabe bleibt
die Bewältigung der Gegenwart.

Arme sind eine Anklage
an jene Reichen,
die ihren Besitzstand ausschließlich
für sich selbst
und ihre ebenfalls reichen Erben
zu wahren trachten.

Ein Stern
kommt nur
in dunkler Umgebung
zur Geltung.

Gegenbewegung

Machtlosigkeit lähmt bisweilen die Hände
– aber nur sie.
Der Geist bleibt davon unberührt.
Er entfaltet sich umso reger.

Wer nach jeder Mücke schlägt,
trifft oft ins Leere.

Eine Mücke nervt nur den,
den sie ärgern kann.

Ganz gleich, was wir politisch wählen:
Wir wählen fast immer das kleinere Übel.

Kompliziert wird eine Entscheidungsfindung
erst dann, wenn man sich um das drückt,
was eigentlich naheliegt.

Manche Erfahrungen im Leben
muss man abschütteln,
um die Schultern und den Kopf
für neue frei zu machen.

Heimatliebe und Weltoffenheit
eröffnen uns als Augenpaar
immer wieder neue Horizonte.

Begegnungen
mit Menschen, Worten und Einsichten
erinnern uns bisweilen an Weichenstellungen,
die wir in unserem Leben verpasst haben.

Erlebnistiefe Tage,
deren Bilder
in uns nachklingen,
lassen einen Bruchteil
der Ewigkeit aufscheinen.

Die Zeit läuft uns
n u r   d a n n   davon,
wenn wir sie nicht nutzen.

Mit der Zeit
kommt alles,
wofür es Zeit ist.

Viele, die sich selber
Stunden einräumen,
geizen für andere
mit Minuten.

Reife wird sich in   d e m   zeigen,
wovon wir allmählich schweigen.

Eine schöne Gegend
weiß nur der zu schätzen,
dem es nicht vergönnt ist,
dort zu wohnen.

SINN - volles

Wer sich darüber ärgert,
dass er nicht schlafen kann,
kann -   natürlich -
nicht schlafen.

Was uns tief bewegt,
lässt uns nicht schlafen.
N u r   s o   sehen
und erkennen wir,
was uns tief bewegt.

Wer seinen Stellenwert erfährt,
fühlt sich im Leben auch was wert.

Freunde lernt man erst kennen,
wenn man sie braucht.

Wer den Sonnenaufgang verschläft,
hat den Tag nicht mehr im Griff.

E i n e große Freude
drängt viele kleine Sorgen
in den Hintergrund.

Am schlauesten ist bisweilen der,
der sich dumm stellt.

Mit dem Alter
steigert die Zeit
ihren Wert.

Hoffnungsvolles Kalkül

Ist ein Skandal auch noch so groß,
tritt er rundum auch Unmut los
schon bald wird das Kalkül ermessen :
Bis Wahlen sind, ist er vergessen !

Bisweilen kommt man mit weniger aus,
als man erst für nötig hielt.

Allzu gute Ausstattung und Versorgung
verhindert das Nachdenken.

Es schmerzt uns bisweilen,
wieder dort Abschied nehmen zu müssen,
wo wir eben erst begonnen hatten,
heimisch zu werden.

Bilder eines Tages,
die uns noch in der Nacht verfolgen,
erhellen dessen Bedeutung.

Nach Verlusten
gilt es mit dem zurecht zu kommen
was uns verblieb.

Manches muss geschehen,
damit wir in neue Erfahrungsbereiche vorstoßen

Wem nie ein Fehler unterläuft,
dem fehlt das Verständnis für Schwächen.

Nur wenn du durch Tiefen gehst,
lernst du Höhepunkte im Leben zu schätzen.

Dinge, die wir vergessen haben,
werden uns zum Prüfstein dafür,
ob wir zu improvisieren vermögen.

Wenn der Zug abgefahren ist,
muss man mit dem leben lernen,
was im Koffer ist.

Wirklich frei werden wir,
wenn wir uns innerlich frei machen
von dem, was uns fehlt.

Vieles, was wir meinen
mit uns schleppen zu müssen,
wird uns mit der Zeit
zum Ballast.

Mancher Verlust
setzt einen Denkprozess in Gang.

Nach Verlusten von Gütern
gilt es ohne sie nach vorne zu schauen,
anstatt ihnen ewig nachzutrauern.

Unsicherheit ist der Abgrund
zwischen Hoffnung und Erfüllung.

Sinn der Hände

Sich mit vollen Händen regen
statt sie in den Schoß zu legen
bis zum ungewissen Ende
– darin liegt der Sinn der Hände

Wahrer Lohn

Im Dank dafür, dass wir uns regen,
liegt für uns selber Lohn und Segen.

Wer im vorhinein weiß,
was auf ihn zukommt,
wird nicht enttäuscht.

Wenn wir manches,
was uns blüht,
im voraus ahnten,
würden wir es umgehen.

Nur wer auf Menschen zugeht,
erlebt Begegnungen.

Jene Begegnungen,
die man nicht erwartet hatte,
sind am schönsten.

Wer offen ist,
findet überall Freunde.

Jedes Wort
–in die Einsamkeit
hineingesprochen –
tut gut.

Was uns in Nächten schlaflos macht,
hat oft am Tag Erfolg gebracht.

Was wir schaffen, hat die Chance,
uns zu überleben,
wenn wir es beseelt gestalten.

Den Wert einer Begegnung
erfährt man oft nicht
im Augenblick der Begegnung,
sondern in der Zeit danach.

Die Beurteilung "nett"
erweist sich oft
als Feigenblatt
für insgeheimes Desinteresse.

Etwas oder jemandem treu bleiben
bedeutet bisweilen auch,
sich selber zu überwinden.

Da s e i n hat seinen Wert,
da b l e i b e n eine vertiefende Wirkung.

Der unwillkürliche Blick auf die Uhr
zeigt uns auf,
dass für uns im Grunde
eine Frist abgelaufen ist.

Jeder wählt im Leben das Pflaster,
das ihm entspricht.

Manches Pflaster wird nicht
durch Regen schlüpfrig,
sondern durch Worte.

Ein zähes Gewächs
vermag sich
zwischen jedem Pflaster
zu behaupten.

So lange ein Weg auch ist
- er hat sich gelohnt,
wenn er zu Begegnungen führt.

Auch ein noch so langer Weg,
der zu Begegnungen führt,
war nicht vergebens.

Eine tiefe Begegnung
belohnt das Warten davor.

Begegnungen sind Brücken
über die Wüsten
der Einsamkeít.

Begegnungen
lassen über trüben Tagen
die Sonne aufgehen.

Manche Erfahrungen
muss man mehrmals machen,
um von ihnen geheilt zu sein.

Eigene Offenheit
öffnet auch Türen
zum Herzen der Anderen.

Bücher gilt es
– wie ein Festmahl –
nicht zu verschlingen,
sondern weise zu verkosten.

Manche vertiefen sich
so sehr in die Bibel,
dass sie die Welt
um sich herum
vergessen.

Gesetzgeber, die verordnen
Genießbares zu vernichten,
haben wohl noch nie
Hunger am eigenen Leibe erfahren.

Manche Fehler machen wir immer wieder,
als ob wir prüfen wollten,
ob sie wirklich Fehler waren.

Zeit
für uns selber
wird uns bisweilen
zum größten Geschenk.

Wir geben im Urlaub bisweilen
viel Geld aus für das,
was wir zu Hause
ebensogut haben könnten.

Wertvolle Erinnerungen
füllen eine leere Urlaubskasse
wieder anhaltend auf.

Bilder der Kindheit
werden umso klarer,
je weiter wir davon
entfernt sind.

Bilder aus der Kamera
wacher Augen
vergilben nicht.

Im Sommer klagen wir über das,
was uns im Winter fehlt.

Die Frage, ob man sich im Regen
über einen vergessen Schirm ärgern will,
ist nur eine Sache der Einstellung.

Wer das Kleingedruckte
nicht zu lesen vermag,
macht vergeblich große Augen.

Bei einer hübschen Nachbarin
dauert das Stutzen der Grenzhecke
automatisch länger.

Sobald wir über den Dingen steh,
lassen wir uns nicht mehr
zwischen Kleinigkeiten zerreiben.

Wer die Kälte des Winters bestehen will,
muss im Sommer selber glühen.

Aus Zeiten, die kein Feuer entfachen,
ist nur mit Geist das Beste zu machen.

Sonne und Regen
sind immer dann
besonders willkommen,
wenn sie uns (lange) gefehlt haben.

Bei Sonnenschein
ist ein Schattendasein
leichter zu ertragen.

Eine große Lebenskunst
liegt darin,
der Zeit ihren Gang zu lassen,
ohne eigenmächtig einzugreifen.

Wer in der goldenen Mitte agiert,
erhält Beifall von a l l e n Seiten.

Es muss kein Zeichen für Ausländerfeindlichkeit sein,
wenn sich man gegenüber Menschen fremder Herkunft ,
die sich ungebührlich benehmen, zurückhaltend verhält.

Wenn wir uns nicht wandeln,
wandelt sich eben
das Klima.

Wofür wir auf der Welt waren,
sehen im nachhinein
andere bisweilen klarer als wir selber.

Ein Verlust,
der befreiend wirkt,
wird zum Gewinn.

Das Hauptproblem im Leben
ist nicht das Ausbringen der Saat,
sondern das geduldige Warten darauf,
dass sie aufgeht und zur Ernte führt.

Ein gewisses kreatives Chaos
ist immer noch besser
als ein geordneter Friedhof.

Präsenz statt dasein
Wo du bewusst hingehst,
sei auch präsent und nicht nur da.
Bist du nur da und nicht präsent,
wird dein Da- sein wirkungslos bleiben
- als wärest du gar nicht da.
Man wird dich nicht vermissen
Nur wer präsent ist,
hinterlässt Spuren

Springe nicht auf jeden Zug auf.
Stelle selber die Weichen.

Reibung erzeugt Feuer
- nicht nur beim Streichholz

Ohne das,
was wir hinter uns lassen,
wird das Leben leichter.

Rauhreif unterstreicht
das Profil bei Pflanzen
- bei Menchen ebenso.

Echte Autorität
hat es nicht nötig,
auf sie zu pochen.

Die Würze in der Kürze
verträgt nicht jeder
oder :
An der Würze
in der Kürze
verschluckt sich mancher.

Bisweilen
ist Krank-werden
heil-sam.

Literatur,
die die Menschen verändert,
verändert die Welt.

Wer im Leben
zu kurz kommt,
braucht oft lange
Geduld.

"Witz-iges"
Über manche Witze
lachen nur die,
die sie nicht begreifen.
Es ist bisweilen
erschreckend witz - los,
wie wahr manche Witze sind.
Das Wahn-witzige an manchem Witz ist,
dass er im Grund bittere Wahrheit ist.

Wer mitten im Leben
An Abschied denkt,
verabschiedet sich
aus dem Erleben.

Manche Wege,
die wir geführt werden,
können wir hinterher
kaum begreifen.

Bisweilen fehlt uns die Kraft
für die Ruhe,
in der die Kraft liegt.

Sich hinterdenken
schafft die Schwellen,
die das Vordenken erschweren.

Nur ein Strohfeuer
der Begeisterung
lässt sich durch Regen dämpfen.
oder :
Wer von einer Sache
wirklich begeistert ist,
bleibt ihr auch
in Regentagen treu.

Aus der Texte reicher Flut,
die uns Tag für Tag erfasst,
tut ein kleines Wort schon gut,
das du tief begriffen hast.

Wer sich die Zeit nimmt,
vermag viel zu erhalten,
was erhaltenswert ist.

Das Beispiel, das die Eltern geben,
begleitet uns das ganze Leben.

Wer allzu viel
bedenkenlos wegwirft,
hat noch nie Not
am eigenen Leibe erfahren.

Spricht in fremdem Land das Herz,
erübrigt sich ein Wörterbuch.

Ein Gutes bringt ein Versagen mit sich :
Wir ersparen uns künftig Aufgaben,
die uns überfordern.

Es ist bisweilen schwer,
uns etwas recht zu machen.
Scheint(endlich) die Sonne,
nervt uns der Wind.

Ein Versprechen erst gar nicht zu geben
ist immer noch besser als,
es hinterher nicht zu halten.

Wer immer nur zurückblickt,
sieht nicht, was auf ihn zukommt.

Allein das Präsentsein
legt bisweilen den Grundstein
für einen späteren Nutzen.

Beim Verkaufen
besteht die Kunst der Gratwanderung darin,
sich gut zu verkaufen,
ohne sich dabei zu verkaufen.

Eine Ware unbesehen zu nehmen
spricht für die Ware.

Was Wahre an der Ware
macht deren Wert aus.

Die Schrunden an den Lippen derer,
die bereit sind, sich den Mund zu verbrennen,
formen diese zu Persönlichkeiten.

Bei schöner Musik
hält die Zeit den Atem an.

Ein Vogel,
dem allzu sehr
die Flügel gestutzt werden,
verliert die Lust am Fliegen.

Wer zum Problemfall wird,
fällt mit seinen Problemen
durch das Netz der Normalität.

Der Erfolg derer,
für die wir Verantwortung tragen,
ist (auch) unser Erfolg.

Eine der größten Künste besteht darin,
selbst d e n e n etwas beizubringen,
die entweder lernunwillig oder unbelehrbar sind.

Nur ein Hauch von Romantik
macht die Wirklichkeit erträglich.
Was wir in der ersten Lebenshälfte erfahren,
legt den Grund dafür,
die zweite gefestigt und gelassen zu bestehen.

Diplomatische Distanz
bei aller Freundschaft
erhält uns die Freiheit,
so zu handeln,
wie wir es für richtig halten.

Erinnerungen gleichen Süßigkeiten.
Man kann zwar nicht von ihnen leben
– aber davon naschen tut zwischendurch
unheimlich gut.

Die schlimmsten Menschen im Leben sind jene,
die nie Fehler machen und sich deshalb
über die der Anderen zu Tode ärgern.

Es ist leichter,
die Welt zu verändern
als sich selber.

Mancher stolpert
über seine eigenen Waffen.

Es liegt ein Unterschied darin,
den Geist der alten Zeit zu konservieren
oder ihn lebendig zu erhalten.

Neuer Geist in alten Mauern
wird die Zeiten überdauern.

Wenn die Geschichte sich
vom Fundament für Erkenntnisse
zum Ballast hin gegen Veränderungen wandelt,
liefert sie sich selbst dem Vergessen aus.

Bedeutsam ist bei einem Menschen
bisweilen nicht, was er spricht,
sondern, ´worüber er schweigt.

Fällt der Apfel weit vom Stamm,
freut sich der Nachbar.

Ein Grenzverkehr beginnt
mit dem Gespräch am Gartenzaun.

Übergroße Herzlichkeit
schockiert nur jene,
welche sie nicht zu leben wagen.

Gedanken können auf Irrwege führen,
wenn sie nicht durch ein Echo korrigiert werden.

Die Kunst, uns heil - sam selbst zu läutern,
entspringt der Wirkkraft in den Kräutern.

Glücks – Schmied
Jeder schmiedet zwar sein Glück,
doch : Des Lebens Meisterstück
schmiedet, wer zufrieden ist
und im Leben nichts vermisst.

Wer immer mit der Zeit gehen will,
sollte darauf achten,
dass er sich dennoch Stand-Punkte bewahrt.

Jede weitere Sprache
eröffnet neue Erfahrungsräume.

Bisweilen muss man auch einmal
einen Zug verpassen,
um neue Wege zu entdecken.

Neue Wege
eröffnen
neue Perspektiven.

Wer neue Wege entdeckt hat,
möchte nicht mehr
auf die alten zurückkehren.

Wer rotiert,
verliert den klaren Blick
für seine Umgebung.

E i n e un -bezahlbare Ehre
lässt manche un- bezahlte Ehre
als entbehrlich erscheinen.

Wer gespannt ist auf den Tag,
was er ihm wohl bringen mag,
wird ihn tief erleben
und ihm Würze geben.

Man spannt
– das seh’n am Ende
s e l b s t d i e N a r r e n –
b i s h e u t’
– n u r O c h s e n vor den eigenen Karren !

Die Satten
braucht man nicht füttern.

Nicht jeder Fremd-Körper wirkt störend.
Mancher wirkt so gar anziehend.

Allzu große Gutmütigkeit
ermutigt andere
zur Unverschämtheit.

Bügelfalten sind die einzigen Falten,
die aalglatte Menschen
an sich zulassen.

Stelle selber
die Weichen deines Lebens,
bevor andere
sie dir stellen.

Wer die Mutter nicht ehrt
– ist die Schraube nicht wert.

Wer offen ist
für andere,
wird nie einsam.

Gleiche Nöte
knüpfen das Netz
zur Selbsthilfe.

Das un - gereimte Wort
wird mehr geschätzt.
Es entspricht wohl am ehesten
dem Leben.

Träume wollen sacht uns lenken,
um Erkanntes durchzudenken,
ihm d e n Raum in uns zu geben
den es braucht, um frei zu leben.

Wer innerlich gefestigt ist,
wird sich durch äußere Vorgänge
nicht ins Wanken bringen lassen.

Auf der Stelle treten
muss nicht immer
Stillstand bedeuten.
Es kann uns auch helfen,
ins Auge zu fassen,
wohin der Weg weiterführen soll.

Bisweilen muss es soweit kommen,
dass du dazu geführt wirst
(endlich) d a s zu tun,
was dich am Leben hält.

Leeres Blatt
Leeres Blatt vor mir – du schweigst.
Konsequent, wie du dich zeigst,
bleibst du stumm und d o c h gefasst,
wenn du nichts zu sagen hast.

Hielte j e d e r sich zurück
so wie du – es wär’ d a s Glück,
weil die Welt nur noch erfährt,
was der Äußerung auch wert.

Was wir anderen geben ,
nährt durch deren Dankbarkeit
uns selber.

Wer uns wirklich kennt,
hat Verständnis für den Weg,
den wir gehen.

Klaus Huber
Nicht alles, was wir zerstören,
ist bei bestem Willen und
noch so reichlich vorhandenen Mitteln
im nachhinein wieder so aufzubauen,
wie es einmal war.

Die Zeit, die wir hinter uns haben,
kann uns reif machen
für die Zeit, die wir noch vor uns haben.

Ist auch der Untergang zu wittern,
vor dessen Nahen wir erzittern
– DER GEIST, den wir erleben,
will uns neu Hoffnung geben !

Was sich bewährt aus alter Zeit,
erhält sich selbst im Ursprungskleid.
Worin wir keine Echtheit sehen,
wird wieder mit der Zeit vergehen.


Hinweis :

Diese Sprüche dürfen beliebig (re-) zitiert und abgedruckt werden,
bei Zitat aus einer meiner Schriften mit Quellenangabe und Verfasser.
Auf einen Verwendungsbeleg würde ich großen Wert legen.